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Positives aus zwei Welten für die RohdiamantenChristina Eggstein ist Unternehmens- und Personalberaterin Christina Eggsteins Großmutter muss eine faszinierende Frau gewesen sein. Sie fuhr zur See. Sie war selbständig und nahm die Dinge in die Hand. Dennoch blieb sie stets feminin. Es sind diese norwegischen familiären Wurzeln, die Christina Eggstein bis heute beeinflussen. „Oft lebe ich in zwei Welten“, schmunzelt die gebürtige Hamburgerin und meint damit, erlebte positive Ansätze aus Norwegen übernommen zu haben. Kinder- und Behindertenfreundlichkeit, Mut oder auch die Erkenntnis, nicht jahrelang an etwas krampfhaft festzuhalten. „Es kommt auf unser Gefühl an“, stellt die 47-Jährige fest. Es ist kein Satz, den man am Anfang eines Gesprächs von einer Unternehmens- und Personalberaterin erwarten würde. Doch Christina Eggstein ist alles andere als knallhart.
Nach Schulabschluss absolvierte sie zwei Ausbildungen: im Einzelhandel zur Fachverkäuferin, anschließend im Handwerk. „Beide waren für mich nicht unbedingt Traumjobs“, gibt sie zu. Dennoch schloss sie jeweils mit Auszeichnung ab. Sie orientierte sich neu und nahm eine kaufmännische Ausbildung in der Versicherungswirtschaft in Angriff. Wieder erfolgreich. „Die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt sie rückblickend. Zwei Jahrzehnte blieb sie der Branche treu, zwölf Jahre davon arbeitete sie in der Transportversicherung. Doch Christina Eggstein studierte weiter. Sie erlangte in München das Wirtschaftsdiplom zur Betriebswirtin mit der Fachrichtung Informatik. In ihrer Abschlussarbeit im Bereich Organisationspsychologie beschäftigte sie sich mit Kommunikation. Zurück in Hamburg wechselte sie vorübergehend in das IT-Ressort eines Versicherers und erwarb zusätzliche Qualifikationen und Zertifizierungen für die Programmierung von Großrechnern und im Projektmanagement. Dann wechselte sie zu einem der weltweit größten Dienstleistungsunternehmen der Versicherungsbranche. Europaweit beriet sie zur Umsetzung der Unternehmensstrategie, EDV- und IT-Strukturanpassung, Personalentwicklung und Mitarbeiterbegleitung. Zudem war sie Vorstandsmitglied der betrieblichen Unterstützungskasse und Mitglied des Aufsichtsrats. Nach einer erneuten Neuorientierung 2008 machte sie sich selbständig und gründete die Eggstein Unternehmens- und Personalberatung in Hamburg. Sie hat sich auf die Beratung, Betreuung und Begleitung von Betrieben und Unternehmen in den Bereichen Personalmanagement, Coaching sowie Unternehmens- und IT-Kommunikationsstrategien spezialisiert. „Kommunikation ist mein Steckenpferd“, erzählt die Inhaberin. Sie kann auf Qualifikationen als Mediatorin und NLP-Practitioner sowie Zertifizierungen aus Lehrgängen zum Aufbau, Führen und Kooperationen in Teams verweisen. Ihr Slogan: „Erfolg ist nicht nur möglich, sondern machbar“, basiert auf beruflichen und persönlichen Erfahrungen. Das heißt: „Wir müssen Menschen und Unternehmen dort abholen, wo sie stehen, und ihnen mit zukunftsweisenden Lösungen nicht nur eine Perspektive, sondern auch die Einsicht in die Notwendigkeit bedarfsgerechter Anpassungen und Veränderungen ermöglichen.“ „Was ist Ihr Ziel?“ , ist die Schlüsselfrage. Um daraus eine individuelle Strategie zu entwickeln, ist der kontinuierliche Dialog zwischen den Beteiligten notwendig. Warum? „Wenn sich eingeschlagene Wege, aus welchen Gründen auch immer ändern, müssen oft die eingeleiteten Maßnahmen angepasst werden.“ Das führt mitunter zu Unbehagen und Unsicherheit. Doch wie heißt es so schön? „Nichts ist beständiger als der Wandel.“ „Diese Erkenntnis nützt jedoch nur, wenn sie nicht einfach kommuniziert, sondern auch verstanden wird“, betont die engagierte Beraterin. Nur dann könne sie vom Einzelnen im Unternehmen gelebt werden.
„Eggstein Unternehmens- und Personalberatung ist eine Marke für sich“, schmunzelt die Inhaberin.
Sie weiß um die Bedeutung einer Marke für die Identifikation von Unternehmen. Mit ihren
Beratungsansätzen und Dienstleistungen setzt sie gern neue Maßstäbe. Über Konkurrenz und Wettbewerb
kann sie sich festreden. Sie plädiert für ein Verschmelzen, für Kooperationen und für Netzwerke.
Und sie ist überzeugt, dass veränderte Werte in der Gesellschaft und in der Weltwirtschaft neue
Denkansätze in der Ausrichtung und den Modellen der Unternehmensführung erfordern.
Weil viele Unternehmen schon heute Nachwuchssorgen haben, engagiert sich Christina Eggstein in diesem Bereich besonders. Sie berät zur Bewerberauswahl, möglichen Ausbildungen, bedarfsorientierter Eingliederung und Förderung – immer gemessen an den Erfordernissen im Unternehmen. Auch ihr im Juli 2011 gegründeter Verein „Zukunft braucht Perspektive“ widmet sich diesem Schwerpunkt. Hier sollen Junge von Älteren lernen und umgekehrt. „Kinder liegen mir am Herzen, ich habe selbst leider keine“, so Christina Eggstein. Manchmal wird sie belächelt. Zum Beispiel, wenn sie äußert, dass sie Hauptschülern die Chance zu einer speziellen Berufsausbildung geben möchte. Sie würde mittelfristig sogar selbst welche einstellen. Vorausgesetzt, sie sind interessiert und motiviert. „Kleine Rohdiamanten brauchen besonders viel Mut“, ist die vielseitige Unternehmerin sicher, „man muss sie aufbauen und profilieren.“
Zeit zum Entspannen findet sie beim Lesen und Musizieren auf der Gitarre. Gelegentlich genießt sie Aufenthalte an der deutschen und dänischen Nordseeküste. „Viele Wünsche habe ich mir erfüllen können. Was ich mir erarbeitet habe, ist mein Schatz“, lacht die Unternehmens- und Personalberaterin. Nur einen Traum hat sie sich noch aufgehoben: „Eine längere Reise quer durch Argentinien.“
Text: Dagmar Möbius
Dipl. Betriebswirtin
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