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SOLANGE MAN SICH VERÄNDERN KANN…

Martina Bernburg – Make-up-Artist

Veränderungen äußerlicher Art gehören schon lange zum Leben der Make-up-Künstlerin Martina Bernburg. Schon als Kind habe ich meine Freundinnen geschminkt und frisiert und Make-up-Entwürfe und Frisuren gezeichnet. So war Martina Bernburgs Berufsweg, trotz einiger Hürden, die es zu bewältigen galt, gewissermaßen vorgezeichnet.


Spaß bei der Arbeit Spaß bei der Arbeit

Wie das Leben nämlich so spielt, habe ich nach der Schule zunächst mal etwas "Vernünftiges" gelernt und bin an einem Büroschreibtisch gelandet. Aber die Erkenntnis, irgendwo vom Weg abgekommen zu sein, traf sich schon bald mit dem Wunsch, einen Neuanfang zu wagen. Für Frau Bernburg sollte es etwas sein, was kreativ, aber trotzdem irgendwie handwerklich-bodenständig ist, bei dem sie unterschiedliche Menschen treffen kann und in keiner strengen beruflichen Hierarchie eingesperrt ist.


Schokolade für alle Sinne Schokolade für alle Sinne

Dem Internet, das ihr den Zugang zu ganz neuen unkonventionellen Ausbildungswegen eröffnete, sei Dank: Martina Bernburg erhielt die Gelegenheit nach München zu gehen und machte dort eine Ausbildung zum Make-up Artist. Es folgten anschließend Aufbau-Seminare zu Hairstyling und Maskenbilden in Hamburg. Eine Fachkosmetik-Ausbildung machte sie in der Folge noch nebenbei. Ich wollte nicht als Kosmetikerin arbeiten, sondern einfach mehr Hintergrundwissen erwerben, um meine Kunden noch besser beraten zu können.

Pin-up im Stil der 1950er Pin-up im Stil der 1950er

Seit Mai 2003 ist die junge Frau mit viel Spaß am Job als freiberufliche Visagistin und Hairstylistin unterwegs, sie schminkt und frisiert bei Foto- und Video-Produktionen aller Art: Beauty, Mode, Werbung, Sedcards, Imagefotos und -broschüren, PR-Material für Künstler, CD-Cover etc., aber auch bei Veranstaltungen, Messen, Podiumsdiskussionen und dergleichen mehr. Darüber hinaus gibt sie Make-up- und Hairstyling-Workshops und berät und stylt auch gerne Privatpersonen.

Ich habe die Entscheidung, mich auf den mühsamen Weg des freiberuflichen künstlerischen Arbeitens zu begeben, noch keinen Tag bereut. Auch wenn ich manchmal – natürlich – leicht verträumt darüber nachdenke, wie es wohl wäre, ein regelmäßiges Gehalt auf dem Konto zu haben…

Efeu Efeu

Ihren Arbeitsalltag bezeichnet sie als einerseits ziemlich bunt und andererseits ziemlich fad, denn auch langweilige Recherchen nach bestimmten Vorgaben gehören dazu, werden aber dann zu hübschen Make-up-Zeichnungen und Frisurenentwürfen, wozu viel Kreativität und Geschick nötig ist.

Hektisches Arbeiten unter Zeitdruck bei Shootings oder Modenschauen wechseln mit Phasen extremer Langeweile, wenn sie z. B. am Set stehen muss, auf ihren Einsatz wartend und darauf achtend, dass das Make-up perfekt bleibt und den Models keine Haarsträhne verrutscht.


Icequeen Icequeen

Eine große Aufgeschlossenheit und die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Menschen einstellen zu können, sind außerdem sehr wichtig in diesem Beruf. Wie für alle, die eine Dienstleistung aktiv anbieten und verkaufen, ist es für Frau Bernburg unerlässlich, sich auf die recht unterschiedlichen Ansprüche und Erwartungen ihrer Kunden immer wieder neu einzustellen.


Indian Lady Indian Lady

Privatpersonen sind einerseits begeistert davon, dass sie so gut aussehen können, andererseits häufig überkritisch mit sich selbst, professionelle Models stehen dem Styling üblicherweise eher gleichgültig gegenüber, weil es ihr Job ist, sich verändern zu lassen. Unternehmer, die sich für Imagebroschüren oder -filme zurechtmachen lassen, sind oft ein wenig misstrauisch, was da mit ihnen angestellt wird – vor allem Männer sind immer erleichtert, wenn sie feststellen, dass nichts Schreckliches mit ihnen passiert.

Geregelte Arbeitszeiten gibt es für die Freiberuflerin nicht. Manchmal ist in aller Herrgottsfrühe Drehbeginn für ein Video, spätabends werden Künstlerfotos gemacht und an manchen Wochenenden wird im Studio gearbeitet. Aber ich finde das spannend, mir fehlt es nicht, regelmäßige Arbeitszeiten zu haben.


Brautmode Brautmode

Großen Spaß machen ihr auch die Workshops und Seminare, die sie laufend gibt – die Themen sind hierbei vielfältig: Es gibt immer mehr Berufsgruppen, für die Aussehen eine zentrale Rolle spielt – und immer mehr Menschen, die Spaß an der privaten Inszenierung haben. Ich richte mich ganz nach dem Interesse der Kunden: Es gibt Workshops zu Business Make-ups und Hautpflege, zu ausgefallenen Party-Make-ups mit falschen Wimpern und Glitzer, zum perfekten Zwanziger-Jahre-Styling inklusive smokey eyes und Wasserwelle – alles ist möglich.

Viele Menschen glauben, dass es für sie nur einen einzigen Look gibt - ich bin hingegen der Ansicht, dass wir uns immer wieder neu und anders inszenieren können und trotzdem immer authentisch bleiben – Persönlichkeiten sind komplex und facettenreich, warum sollte man dies nicht sichtbar machen können? 

 
Im Stil der "Golden Twenties" Im Stil der "Golden Twenties"

Beliebt sind auch Geschenkgutscheine für einen Workshop oder für ein Styling für einen besonderen Anlass. Interessanterweise sind es fast immer Frauen, die Frauen beschenken - Schwester, beste Freundin, Mama, Cousine etc. Männer trauen sich an das Thema selten heran, selbst wenn sie wissen, dass ihre Partnerin sich für Beauty-Themen interessiert.

Mit Kooperationen hat Martina Bernburg bislang gute Erfahrungen gemacht.  Im Laufe der Zeit entstehen fast automatisch Netzwerke durch Zusammenarbeit bei Projekten und natürlich durch persönliche Kontakte. Ich empfinde das als ausgesprochen angenehm, so kann ich bei Anfragen immer guten Gewissens jemanden empfehlen.

Die Qualität in der Arbeit ist für Frau Bernburg das entscheidende Kriterium. Sie ist auch davon überzeugt, dass sich Qualität langfristig als bestimmender Faktor in Kaufentscheidungen durchsetzen und die Geiz-ist-geil-Mentalität irgendwann endgültig der Vergangenheit angehören wird.

Wenn es um Qualität geht, ist Fortbildung natürlich ebenfalls ein Thema. Die Produkte auf dem Markt verändern sich laufend, auch wenn bestimmte Basics natürlich gleich bleiben. Auch Arbeitstechniken verändern sich, so bringt z. B. HDTV die Arbeit mit Airbrush-Foundations mit sich. Bei Airbrush denken die meisten Menschen zuerst an Bodypainting. Man kann aber auch Make-up mit der Airbrush-Pistole auftragen. Hier wird die Foundation nicht wie bislang üblich mit einem Pinsel oder Schwamm aufgetragen, sondern aufgesprüht, man erreicht dadurch eine bessere Haltbarkeit und ein sehr natürliches Aussehen.
 

Airbrush Make-up Airbrush Make-up

Das Arbeiten mit der Airbrush-Ausrüstung macht ihr so viel Spaß, dass sie seit 2009 auch Airbrush-Tattoos für Fotoshootings, Events oder Parties anbietet. Die Tattoos sind völlig schmerzfrei und halten – wenn man sie nicht entfernt – mehrere Tage: Ideal für alle, die nur vorübergehend, aber trotzdem realistisch tätowiert aussehen wollen.

Airbrush Tatoos Airbrush Tatoos

Als unternehmerisch tätige Frau stößt Martina Bernburg dennoch immer wieder auf einen Rechtfertigungsdruck, den sie als gesellschaftlich verankert ansieht. Es hat manchmal den Anschein, dass eine Frau nie alles wirklich gut und richtig machen kann – ganz gleich, was sie tut. Ich würde mir wünschen, in einer Gesellschaft zu leben, die insgesamt ein bisschen entspannter mit unterschiedlichen Lebensentwürfen umgeht und ich versuche, diesen Ansatz auch in meinem Lebens- und Arbeitsumfeld zu vermitteln.


Zigeunerin Zigeunerin

Auch historische Frisuren gehören zum Repertoire
Auch historische Frisuren gehören zum Repertoire


 

Vorbilder sind für Martina Bernburg alle Menschen, die sich ihren individuellen Trampelpfad abseits der ausgetretenen Wege suchen, die bei allem beruflichen Stress das Menschsein nicht aus den Augen verlieren und sich auch für das interessieren, was hinter der Fassade ist.

Und das allerwichtigste im Leben?

Nicht stehen zu bleiben, denn solange man sich verändern kann, braucht man keine Angst vor dem Leben haben...

Text:     Martina Bernburg / Ilona Orthwein
Fotos:  
Bild 1, 7, 9: Yvonne Fischer, Bild 2: Nadine Ginzel, Bild 3, 4, 10: Tanja Brückner, Bild 5, 6, 8, 11. 12: Christine Moritz.

Kontakt:
Martina Bernburg
Make-up Artist
Immenweg 11
12169 Berlin
Telefon: 0173 603 7042


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